Unsere Geschichte

Die Gründung


Das Café Nepomuk (GmbH zur Förderung soziokultureller Initiativen, kurz SOKI) wurde im September 1983 zusammen mit dem gemeinnützigen Nepomuk Kulturverein e.V. gegründet. Das Café und der Verein waren die “kleine Lösung” einer Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum in Reutlingen, das damals politisch nicht durchsetzbar war. Drei Frauen und drei Männer gründeten das Nepomuk als Betrieb in Selbstverwaltung und den Kulturverein. Die Räumlichkeiten boten ca. 50 Sitzplätze und eine kleine Bühne.

Die Idee

Das “Kulturcafé” Nepomuk speiste sich im Wesentlichen aus der Idee, dass sich Erwerbsarbeit mit persönlichen, kulturellen und politischen Interessen verbinden soll – also aus einer Vorstellung von Leben und Arbeiten als (wenn auch vielleicht widersprüchliche) Einheit. Für die GründerInnen und für Generationen von MitarbeiterInnen war dies eine der zentralen Qualitäten des Selbstverwaltungsgedankens.

Ein gemütlicher sozialer Treffpunkt sollte in Verbindung gebracht werden mit Kultur und Politik. ImpulsgeberInnen für die kulturelle und politische Arbeit waren über die Jahre hinweg die undogmatisch-linken und feministischen Teile der neuen sozialen Bewegungen.

Gastronomie und Kultur

Von Anfang an gab es als feste Institution das FrauenCafé (welches es jetzt nicht mehr gibt) mit regelmäßigem Veranstaltungsprogramm. Es wurden Ausstellungen gezeigt und es gab Veranstaltungen im Bereich Theater, Kabarett und Musik, sowie politische Informations- und Diskussionveranstaltungen. Aufgrund der räumlichen Enge und der sich teilweise widersprechenden Anforderungen von Gastronomie und Kultur blieben die selbstgesteckten Ziele oft aber auch unerreicht bzw. unerrreichbar. Die Versuche Ende der 80er Jahre, mit anderen selbstverwalteten Betrieben und Initiativen einen Kultur- und Gewerbehof zu gründen, scheiterten am Verkauf des Gebäudes in der Albstraße an das Arbeitsamt.

Umzug in die Räume “Unter den Linden”


1993 kam dann der Umzug in die Räume “Unter den Linden 3” (das ehemalige Kino der französischen Garnison).
Die Größe der Räumlichkeiten bot Entwicklungschancen, erforderte aber auch eine neue Organisation des Betriebs.
Nachdem in den ersten Jahren nach dem Umzug die Kräfte darin gebunden waren, die Gastronomie in einem anderen Stadtteil zu etablieren, wurde mit der Schaffung einer “Kulturstelle” die Veranstaltungstätigkeit weiter entwickelt und professionalisiert.

Gründung des franz.K

Seit Dezember 2008 wurde mit der Gründung des Kulturzentrums franz.K ein langjähriges Ziel erreicht. Gastronomie und Kultur haben eigene, geeignete Räume und die beiden eigenständigen Betriebe ergänzen sich im selben Haus.

Durch die Trennung wurde es beiden Teilen des Hauses möglich ihre betrieblichen Stärken und Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
Nach dem fast einjährigen Umbau des Hauses durch die Stadt Reutlingen und unserem eigenfinanzierten Umbau des Gastraums konnten wir uns nach einer Konsolidierungsphase auf unsere betrieblichen Ziele konzentrieren und unseren Teil am Gelingen des gesamten Angebotes im Hause beitragen. Ergänzend zum Kulturprogramm im franz.K achten wir stets auf eine passende Atmosphäre und kulinarische Ergänzung.

Das Nepomuk heute


Das Nepomuk ist weiter gewachsen – sowohl im Angebot als auch im Personal. Heute beschäftigen wir mehr als 40 Mitarbeiter. Von der Bezeichnung “Café” Nepomuk versuchen wir uns langsam zu lösen, denn wir sind längst mehr als das.
Wir haben ein breites Portfolio an Banketts und Caterings aufgestellt. Der Biergarten wurde unter anderem um eine urbane Gemüseecke und einen „Fairteiler“ erweitert. An einigen Samstagen finden im Rahmen des mit dem franz.K gegründeten “CultureClub” wieder Konzerte statt. Und das sowohl gemütlich im Winter bei Kerzenlicht oder als Open-Air im Biergarten. Außerdem laden wir jeden zweiten Freitag zum Tanzen in der Nepomuk-Disco ein. Und zusammen mit der Seebrücke Reutlingen starteten wir Demonstrationen und Infoveranstaltungen um uns für Geflüchtete stark zu machen.
Wir verstehen uns weiterhin als ein Raum für offenen Austausch, soziales Miteinander und kulturelles Zusammenkommen.

Unterstützung können wir übrigens immer gebrauchen, wenn du also Lust hast, dich den Herausforderungen einer Gastronomie in Selbstverwaltung zu stellen und erfahren möchtest wie Arbeit ist, die sich nicht nach Arbeit anfühlt, dann melde dich gerne bei uns. Mehr Infos gibt es hier.


Wenn du mehr über uns, unsere Geschichte und den Selbstverwaltungsgedanken erfahren möchtest, dann schau doch mal rein in das Interview, das wir vor Kurzem online mit unseren Gründer*innen und Mitarbeiter*innen geführt haben.

Nepomuk Talk – In Kontakt mit unseren Wurzeln